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Natur in Ostfriesland
Seit 2009 ist das Wattenmeer Weltkulturerbe der UNESCO. Das Wattenmeer zeigt auf einmalige Weise, wie sich Pflanzen und Tiere an die ständig wechselnde Landschaft anpassen. Zwischen Ebbe und Flut, an der Schnittstelle von Land und Meer, wo Süßwasser und Salzwasser aufeinandertreffen, leben viele ökologische Spezialisten. Geformt von den Kräften der Natur, von Wind, Sand und Gezeiten, haben sich ganz besondere Lebensgemeinschaften gebildet. Naturvorgänge können sich hier noch weitgehend unbeeinflusst vom Menschen entfalten.
Moore begannen sich in Ostfriesland mit dem Ende der Eiszeiten zu bilden. Das Schmelzwasser der sich auflösenden Gletscher bildeten riesige Binnenseen. Abgestorbene Reste der darin lebenden Tiere und Pflanzen sanken zu Boden und vermoderten. Langsam verlandeten die Seen. In Ostfriesland bildete auch das atlantisch beeinflusste Klima durch die vielen Niederschlägen gute Vorraussetzung für die Entstehung von zahlreichen Mooren. Viele Ortsnamen erinnern noch heute an diesen weit verbreiteten Naturraum: Neermoor, Wiesmoor, Moordorf sind nur einige Beispiele.
Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland gibt es in Ostfriesland eher wenig Wald. Zu den größeren Waldgebieten gehören der Heseler Wald, der Ihlower Forst, der Karl-Georgs-Forst (Friedeburg), der Egelser Wald und der Meerhusener Wald (Aurich). Im Herzen der friesischen Wehde liegt der Neuenburger Urwald, der seit dem 17. Jahrhundert von Menschenhand kaum berührt ist und sich entwickelt, wie es ihm gefällt.
Eine Besonderheit in Ostfriesland sind die Wallhecken, die zur Feldbegrenzung dienen. Wallhecken sind niedrige Erdwälle mit einer aufgesetzten Bepflanzung aus Sträuchern, Hecken oder Baumreihen. Mit etwa 6.000 Kilometern Länge weist Ostfriesland die höchste Wallheckendichte Niedersachsens auf.
Uwe Weber / pixelio.de